Warum Mongolische Hirten Kaschmir von Hand kämmen und nicht Scheren

Nach dem Überleben des harten mongolischen Winters beginnt eine neue Saison und damit die Schuppensaison für Tiere. Dies gilt für alle einheimischen Pelztiere, insbesondere aber für unsere bekannten Kaschmirziegen.

Mongolische Hirten helfen ihren Ziegen natürlich bei diesem Prozess, da dies für beide von Vorteil ist, aber sie verwenden niemals Schermaschinen. Stattdessen kämmen unsere Lieferanten ihre Ziegen ausschließlich von Hand. Dies hilft, die bereits lockeren, feineren Unterhaare (den Kaschmir) zu entfernen und das grobe Schutzhaar intakt zu lassen. Folglich bleiben die Ziegen an den kalten Frühlingstagen ausreichend isoliert, bis ihre Schutzhaare später im Sommer auf natürliche Weise ausfallen.

Für die erfahrenen Hirten ist die Erkennung von Fellwechselanzeichen an ihren Ziegen wichtig, um ihre Arbeit in der Schuppensaison zu planen. Das Handkämmen braucht  nicht nur viel Zeit für den Hirten, sondern für Ziegen ist es auch von Vorteil, wenn ihre Unterwolle bereits locker ist. Dies bedeutet auch, dass das Handkämmen bei richtiger Ausführung eine völlig schmerzfreie und einzige hemmende Methode ist, um Kaschmir zu gewinnen.

 

 

Obwohl diese weise Tradition für die Hirten offensichtlich arbeits- und zeitintensiv ist (im Vergleich zu schnellen elektrischen Schermaschinen), hat sie viele nachgewiesene Vorteile. Zum Beispiel beim Handkämmen können die Hirten das Wohlergehen ihres lebenswichtigen Viehs effektiv überprüfen. Darüber hinaus verhindert das Handkämmen das Verwickeln, die Bildung von Krusten und das Besiedeln verschiedener Parasiten. Es hilft den Ziegen auch,  Hitzeerschöpfung in den kommenden wärmeren Jahreszeiten abzuwenden  und das Wachstum eines frischen neuen Fells für den nächsten Winter zu fördern.

Obwohl die Verwendung von Schermaschinen für den Menschen zeitsparend ist, wird sie für Kaschmirziegen als stressig angesehen. Durch das Scheren werden sowohl die Unterhaare als auch die viel gröberen Schutzhaare entfernt. Dies führt dazu, dass die Ziegen sehr anfällig für die gefährlichen Wetterbedingungen in der Mongolei werden und eine Vielzahl von Gesundheitsproblemen haben.

Ebenfalls verringert das die Qualität des Endprodukts, da Kaschmir einen Teil seiner einzigartig luxuriösen Weichheit verliert bzw. sich die weichen und feinen Fasern mit den groben Schutzhaaren vermischen und dadurch auch stumpfe Kanten an den Fasern entstehen. Daher bevorzugen Hirten die traditionelle Methode des Handkämmens, um die Qualität der Kaschmirfaser zu erhalten.

Letztendlich werden Schermaschinen immer noch in vielen Regionen zum Profitieren eingesetzt, in denen der Tierschutz an zweiter Stelle steht. Zum Glück scheint diese mongolische Tradition demnächst bestehen zu bleiben.