DIE HARTNÄCKIGEN NOMADEN

Culture
24 MARCH 2020
Ariunzul Enkhbaatar
Ariunzul EnkhbaatarLeiterin der Abteilung für Nachhaltige Entwicklung
Ariunzul Enkhbaatar
Ariunzul EnkhbaatarLeiterin der Abteilung für Nachhaltige Entwicklung
Als Leiterin der Abteilung „Nachhaltige Entwicklung“ bei GOBI Cashmere ist Ariunzul Enkhbaatar an jedem Schritt der Kaschmirproduktion beteiligt und arbeitet eng mit den Hirten zusammen, von denen GOBI den Kaschmir direkt bezieht. Mit großer Leidenschaft für die mongolische Kultur und das Leben der Hirten, die Kaschmir erst möglich machen, erzählt sie ihre Geschichten, beleuchtet das kunstvolle Handwerk hinter den Kaschmirkreationen und zeigt, wie GOBI Cashmere sein Engagement für Qualität Tag für Tag lebt.
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“Ein Hirte ist ein Meteorologe wenn er das Klima analysiert; ein Botaniker wenn er Weideland wählt; ein Zootechniker, wenn er sein Vieh füttert; ein Zoopsychologe, wenn er sein Vieh pflegt; ein Ökonom, wenn er Wolle, Kaschmirfasern, Fleisch und Häute seines Viehs verkauft und ein Lebensmittelproduktionstechniker, wenn er Milchprodukte zubereitet”

So schrieb man auf dem mongolischen Wirtschaftsmagazin über die Nomaden. Sie machen die 40% der Mongolen aus und pflegen immer noch jahrhundertealte Traditionen.

Schwarzweiß-Porträt eines älteren Nomaden mit Strickmütze und dunklem Deel, der in die Weite der Steppe blickt

Die Natur hat die Religion und die Philosophie der Mongolen geprägt. Sie hat eine vereinfachte und befriedigende Lebensweise von Mongolen inspiriert. Seit Tausenden von Jahren haben die Nomaden die Natur verehrt und sich an sie angepasst.

Einer der ältesten religiösen Glauben, der Schamanismus existiert noch heute unter den Mongolen. Sie haben eine enge Beziehung zu dieser ursprünglichen Glaubenswelt, in der die Natur eine zentrale Rolle spielt.

Beim Erleben des Nomadenlebens geht es nicht nur darum, wie man mit Tieren umgeht. Es geht auch darum, wie man in der Natur überlebt, indem man möglichen Gefahren vorbeugt. Die Mongolen haben eine lange Tradition, das Wetter anhand der von der Natur gegebenen Hinweise vorherzusagen.

Es ist sehr üblich, dass Nomaden einfach draußen stehen und fühlen, die Tiere und die Natur beobachten. Danach sagen sie ihren Kindern, was sie tun sollen, um ihr Vieh vor möglichen Naturereignissen zu schützen. Faszinierende rote Himmel sind beispielsweise nicht nur ein schönes Farbdisplay für Nomaden, er deutet auf einen sonnigen Tag hin.

Die Nomaden glauben, dass Tiere ihren sechsten Sinn am besten nutzen und sie durch ihre Tat sagen, was bald kommt. Die häufigsten Anzeichen haben mit Vieh zu tun. Wenn sie spüren, dass sich das Wetter verschlechtern wird, versammeln sich in den niedrigen Erhebungen zum Schutz. Die Liste der Zeichen von Natur, die Nomaden jeden Tag beobachten, ist lang genug, um ein ganzes Buch zu verfassen.

Eines der besten Beispiele ist der rührende Roman „WOLF TOTEM“ Internationaler Hit und Bestseller. Das Buch, auf einer wahren Geschichte basiert, beschreibt Nomaden und ihren nomadischen Lebensstil. Sie wandern mit ihren Schafen und Kühen durch die weiten Steppen. Für Nomaden war der Wolf einerseits ein Wesen der Verehrung und andererseits ein Raubtier, das ihr Vieh angreift.

Der Roman erzählt die Geschichte von Nomaden und Siedlern und ihrer Beziehung zu Wölfen. Die Beziehung zu Wölfen ist wahr und wird von den Nomaden in der Mongolei immer noch praktiziert.

Das Wissen eines Hirten wird als „Königswissen“ betrachtet und Hirten als „Meister der tausend Fähigkeiten“. Das ist wirklich wahr. “ Hirten sind Meteorologe, Botaniker, Zootechniker, Zoopsychologe, Ökonom, und Produktionstechniker von Lebensmittel”.

Es gibt keine andere Definition als „feine Wissenschaft“, wenn Hirten ihre Hunderte von Schafen in- und auswendig kennen. Wenn sie ihr Vieh seit Tagen nicht mehr gesehen haben, können sie ihre Tiere wie ein GPS-Gerät finden. Dies ist im wirklichen Leben bewiesen. Reisende, die noch nie in der Mongolei waren, sind auch von der Reitkunst der Mongolen fasziniert.

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MONGOLISCHER KASCHMIR IST WAHRER LUXUS

Es ist für viele überraschend zu wissen, wie hartnäckig und rustikal mongolische Nomaden sind. Sie überstehen solch ein raues Klima und gehen dennoch liebevoll miteinander um.

Die Nomaden singen und spielen Instrumente für Muttertiere, damit diese ihre eigenen verstoßenen Jungen oder verwaiste Jungtiere annehmen. Dieses Ritual ist Teil des nomadischen immateriellen Erbes, das von Generation zu Generation weitergegeben und auch heute noch praktiziert wird.